Learning #18: Zusammen sind wir stärker

Das heutige Learning stammt von Dominik Theis, Koordinator im Bündnis Freie Bildung. Er begründet, warum wir zusammen stärker sind:

Wie wenig zeitgemäß Bildung und Lehre in Deutschland, einem der reichsten und entwickeltsten Länder der Welt, oft noch sind – das hat uns dieses außergewöhnliche Jahr deutlich vor Augen geführt. Von echter Chancengleichheit ist die deutsche Bildungslandschaft noch ein gutes Stück entfernt. 

Wie unter einem Brennglas haben bundesweite und lokale Schulschließungen, die großen Bemühungen vieler Lehrkräfte, ihre Schülerschaft zügig online zu unterrichten, die ersten Anläufe, hybride Unterrichtsformen, also den Wechsel zwischen Präsenz- und Onlineunterricht, zu etablieren, sowie häufig mangelhafte Netzanbindung und Ausstattung die bildungspolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen hervortreten lassen, denen wir uns zügig stellen müssen.

Dass mit den Schulschließungen im Frühling der Bedarf an guter und pädagogisch wertvoller digitaler Bildung in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte gerückt ist, darf wiederum als echte Chance verstanden werden. Die unvorhergesehenen und zuvor völlig undenkbaren Entwicklungen im Bereich Schule und Universität wirkten wie ein Katalysator und setzten ungeahnte kreative Kräfte frei. Im Twitterlehrerzimmer und im Twittercampus tauschten sich umgehend Lehrende und Dozierende aus, sie teilten Erfahrungen miteinander und spendeten Rat. Unterstützung erhielten Lehrende und Lernende in dieser neuen, herausfordernden Situation umgehend von ganz unterschiedlichen Organisationen, Initiativen und Institutionen, die alles daran setzten, unbürokratisch Hilfe zu leisten. 

Mit Sofortprogrammen im Rahmen des Digitalpakts Schule trug das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Bewältigung der Herausforderungen bei. Ein Meilenstein für die professionelle und partizipative Digitalisierung von Lehre und Bildung in Deutschland ist ohne Frage die Gründung der communitybasierten Mitmach-Plattform WirLernenOnline Anfang des Jahres. Sie ist ein Musterbeispiel dafür, wie offene und zeitgemäße Lösungen für den Bildungsbereich hocheffizient entwickelt und umgesetzt werden können. 

Einen fruchtbaren Austausch zwischen engagierten Expert:innen aus der Open-Education und Open-Source-Community mit Bildungspolitiker:innen verschiedener Fraktionen des Bundestages ermöglichte das Forum Open Education. Die Teilnehmer skizzierten Konzepte für eine gerechte, offene und inklusive Bildung, sprachen über Medienkompetenzzentren, Lehrkräftebildung, Lernnetzwerke und das Lernen mit und über Künstliche Intelligenz. Am Ende herrschte große Einigkeit: So vielfältig die Themen sind, die das Jahr 2020 in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Diskurses gerückt hat, so vielfältig müssen auch die Lösungen sein. 

Das Bündnis Freie Bildung schaut nach vorn. Es wird sich auch im kommenden Jahr für eine chancengleiche und zeitgemäße Bildung einsetzen und 2021 erneut Ideen und Impulse für eine offenere, gerechtere und inklusivere Gestaltung von Bildung in Deutschland beisteuern. In der festen Überzeugung, dass jede und jeder zum Abbau von Ungleichheiten und zur Stärkung von gesellschaftlicher Partizipation beitragen kann. In einer so bunten Bildungslandschaft wie der unseren gilt es, gemeinsam an einem Strang ziehen. Zusammen sind wir stärker.

Dominim Theis twittert unter @theisdominik. Mit dem Bündnis Freie Bildung kann man sich auf Twitter via @B_Freie_Bildung vernetzen.

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