FAQ Wie starte ich in den Online-Unterricht?

Netzwerke helfen, Online-Lehre zu gestalten

Dem Bildungsbereich geht es wie allen anderen gesellschaftlichen Bereichen auch – erst einmal Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühl vor der sich im Stundentakt ändernden Situation. Aber langsam beginnen die Netzwerke zu greifen – Hilfe und Unterstützung ist zu finden. Und hier zeichnet sich ab, dass es denen, die schon länger „digital unterwegs sind“, leichter fällt, die anstehenden Herausforderungen zu stemmen, als denen, die bisher dem digitalen Arbeiten in Schule und Lehre eher skeptisch bis ablehnend gegenüberstanden.

Erstere organisieren sich in ihren Netzwerkstrukturen, letztere suchen nach Hilfen und Unterstützung. Nur eins vorweg: Der Einsatz von Tools ist keine Lösung, höchstens eine Erleichterung. Konzepte, ein neues Verständnis von Didaktik unter den Bedingungen der Digitalität und Kenntnisse über die Besonderheiten von distance learning bzw. elearning sind notwendig.

Spätestens an dieser Stelle merkt jeder, dass eine einfache Übertragung analoger Lehr- und Lernstrukturen in die digitale Welt nicht möglich ist und zwangsläufig scheitern wird. Die Notwendigkeit, sich mit Lehren und Lernen unter den veränderten Bedingungen der Digitalität zu befassen, ist für alle unausweichlich.

Unabhängig davon, wie weit die Kenntnisse zum Stand „digitaler Bildung“ sind, soll hier eine Übersicht geschaffen werden, soll hier eine Übersicht entstehen, die auf zeigt, wen man wie zu welchen Themen erreichen kann. Aufgabe eines jeden bleibt, die Angebote auf ihre Tauglichkeit und Einsatzmöglichkeiten unter den ganz individuellen Bedingungen zu prüfen und anzupassen.

Die Einführung „Netzwerke helfen, Online-Lehre zu gestalten“ stammt von Ines Bieler. Sie ist seit über 20 Jahren Lehrerin für Deutsch, Englisch und Geschichte und arbeitet derzeit im Projekt „DikoLa – digital kompetent im Lehramt“ am Zentrum für Lehrer:innenbildung der Martin-Luther-Universität. Zudem ist sie Mitglied der @bildunkspunks und betreibt auch einen eigenen Blog.

Start in den Online-Unterricht

„Technisch so einfach wie möglich und so funktionsreich wie nötig“

Methoden- und Medienvielfalt sind Merkmale guten Unterrichts. Das gilt nicht nur für Präsenzunterricht, sondern auch für Digitalen Unterricht. Verwenden Sie analoge und digitale Medien. Überfrachte deine Lernenden nicht mit Material, Apps und Programmen, sondern wähle nach einem Test für deine Lerngruppe, deine Lehrer*innenpersönlichkeit und deinen Lernzielen entsprechend das passende Material oder das passende Tool aus.

„So viel Vertrauen und Freiheit wie möglich, so viel Kontrolle und Struktur wie nötig.“

Sorge für klare Strukturen, einen klaren Fahrplan und kommuniziere die Zeiten für Online-Treffen, die Abgabe von Arbeitsaufträgen und Projektarbeiten klar. Dabei ist es aber ebenso wichtig, Vertrauen in die Lernenden zu haben und Freiheiten zu ermöglichen.

„So viele verschiedene Kommunikationswege wie nötig, so wenige wie möglich.“

Der soziale Kontakt ist in dieser Zeit, in der vieles anders ist als sonst, für die Lernenden besonders wichtig. Ein Austausch in der gewohnten Lerngruppe auf synchroner Ebene per Chat, Online-Konferenz oder Telefon gibt den Lernenden ein wenig Normalität und Regelmäßigkeit. Ermögliche Kommunikation unter und mit den Lernenden und mit Ihnen als Lehrenden möglich und die Kommunikationsarten hinsichtlich ihrer Funktion transparent.

„So viel Output von Lernenden wie möglich, so viel Input von Lehrenden wie nötig“

Geben Sie Ihren Lernenden projektartige Arbeitsaufträge in Lernteams und lassen Sie digitale Arbeitsprodukte erstellen.

„So viel Peer-Feedback wie möglich, so viel LehrerInnen-Feedback wie nötig.“

Lassen Sie die Lernenden gegenseitig Ihre Aufgaben kommentieren und geben Sie ebenso Feedback zu den abgegebenen Arbeiten bzgl. Fortschritt, Arbeitsformen, Inhalt, Form und Korrektheit. Machen Sie gute Beispiele für die anderen einsehbar.

„So viel Einbezug der Lernenden in die eingesetzten Lehrmethoden wie möglich, so viel Vorgabe wie nötig.“

Beziehen Sie Ihre Lernenden bei der Seminar- und Unterrichtsgestaltung mit ein (Stichworte “Methodenlernen” und „Lernen durch Lehren“). Lernende können z.B. mit an Online-Formaten arbeiten, digitale Inhalte für andere gestalten oder gemeinsam mit den Lehrenden digitale Lehr-Lern-Szenarien weiterentwickeln.

Dos and Dont’s zur Online-Lehre

Von wem stammen die FAQs?

Die Hinweise und Tipps sind eine Zusammenstellung der AG Digitale Lehre und des Schulnetzwerks des ZfL der Uni Köln, Bastian Granas und derzeit täglich hinzukommenden Informationen aus aktiven Netzwerken wie dem #twitterlehrerzimmer, außerdem dem Blog der Bildungspunks, dem Blog von Bob Blume, der Blog von Nina Toller, der pädagogischen Hochschule Schwyz, der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Hochschulforum Digitalisierung, dem Moodletreff und edulabs.