Neu im Fachportal: Making und Maker-Education kennenlernen!

Kristin Narr 

Making und Maker-Education sind Ansätze, die seit einigen Jahren immer mehr Einzug in Medienbildung und auch Schule halten – denn beim Making geht es um’s Machen (wie der Name schon sagt, Making kommt vom englischen Wort to make = machen) und vor allem um’s Verstehen durch Machen!

Der Begriff „Making“ beschreibt das Selbermachen mit analogen und digitalen Werkzeugen und Technologien (z.B. Schere, Säge, (programmierbare) Stickmaschine, 3D-Drucker oder Lasercutter). Damit bedeutet Making einfach loslegen, entdecken, ausprobieren, kreativ sein und lösungsorientiert denken.

Bei Maker-Education lassen sich viele Anknüpfungspunkte zu verschiedenen bildungstheoretischen Ansätzen, vor allem auch zur Reformpädagogik, finden: Schülerinnen und Schüler verstehen Dinge und lernen, indem sie sich aktiv und praktisch mit einer Sache auseinandersetzen und sie wortwörtlich „begreifen“.

Making-Aktivitäten können als kleine oder größere Projekte auch im Unterricht umgesetzt werden. Oft finden Making-Aktivitäten auch in Werkstätten, sogenannten Makerspaces oder FabLabs, statt – immer mehr gibt es diese Orte auch für Kinder! Hier stehen ihnen sowohl traditionelle als auch digitale Technologien und Werkzeuge zur Verfügung, mit denen sie experimentieren, ausprobieren und eigene Projekte umsetzen können. Erwachsene und Lehrkräfte stehen ihnen dabei begleitend und unterstützend zur Seite, nehmen aber keine klassisch anleitende oder erklärende Rolle ein. Sie vertrauen stattdessen auf die Selbstständigkeit und intrinsische Motivation der Schülerinnen und Schüler, fördern (neu entdeckte) Stärken und Selbstwirksamkeit.

Maker-Education zielt darauf ab, dass Kinder und Jugendliche durch die vielen verschiedenen Möglichkeiten, Medien und Technologien aktiv zu gestalten, ihre eigenen Interessen entdecken und diese weiterentwickeln können. Maker-Education beschränkt sich dabei nicht nur auf die naheliegenden MINT-Fächer, es stehen auch besonders Kreativität und Kooperation sowie das Lernen von- und miteinander im Fokus von Making-Aktivitäten. Außerdem ist Making eng verbunden mit dem Thema Coding (Programmierung) und Physical Computing.

Um einen Einstieg in das Thema Making und Maker-Education zu finden, lohnt es sich, in das Buch „CHANCE MAKESPACE – Making trifft auf Schule” hineinzuschauen. Der Tagungsband bietet nicht nur einen ersten Überblick über die Grundlagen von Making im schulischen Kontext, sondern auch spannende Erfahrungsberichte aus der schulischen und außerschulischen Praxis.

Konkrete Projektideen findet ihr in aufbereiteter Form im Handbuch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen”. Ihr braucht euch nur noch ein Projekt herauszupicken, das euch und eure Schülerinnen und Schüler besonders interessiert. Außerdem empfehlenswert ist der „Werkzeugkoffer Making in der Schule”. Auch hier werden Projekte und deren Durchführung vorgestellt, an denen ihr euch in der eigenen Praxis orientieren könnt.

In der Broschüre „Making + Coding” wurden 14 Projekte gesammelt, mit denen ihr eure Schüler:innen an Themen wie Programmierung und Robotik heranführen könnt. Mit dem App-Angebot Tinkercad 3D Design haben wir euch ein praktisches Tool herausgesucht, mit dem ihr direkt ins Arbeiten und digitale Tüfteln im 3D-Druck kommen könnt.

Und für die ganz Kleinen gibt es auch schon eine Möglichkeit, sich an Programmierungen zu wagen: „Programmieren mit der Maus” ist ein kostenloses Angebot, auf spielerische Art und Weise die grundlegenden Regeln des Programmierens zu verstehen.

Die Webseite Makespace (Grund)Schule gibt einen tollen Überblick, wie ein Makerspace an einer Schule umgesetzt werden kann – sowohl technisch, organisatorisch als auch didaktisch. Auch hier findet ihr Anregungen für die Umsetzung des Unterrichtskonzeptes in eurem eigenen Kontext.

Auf der Startseite des Fachportals Medienbildung gibt es zu diesem Thema nun die neue Rubrik „Making und Maker-Education”, in der ihr viele spannende Inhalte findet!

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